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Evangelisch- Freikirchliche Gemeinde
Westfalendamm 27
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Chronik

Umbau und Erweiterung des Gemeindehauses am Westfalendamm 2006/2007

Wochenlang hatte eine nicht für möglich gehaltene Begeisterung Deutschland erfasst, auch die Schwelmer Fußball-Liebhaber. Die Fans aus unserer Gemeinde hatten unser Gebäude außen und innen als Fan-Zentrum umgestaltet für die öffentliche Live-Übertragung sämtlicher Spiele auf eine Großleinwand. Am Abend des 4.7.2006 endete  auch für die vielen Besucher bei uns der Weltmeistertraum mit der Niederlage gegen Italien.

Am nächsten Morgen rückte ein Bagger an und begann mit dem Teilabriss der Frontseite und des Vorbau-Daches unseres Gemeindehauses, kaum konnten wir noch das große Fußball-WM-Banner an der Fassade retten.

Kommentar einer Besucherin des Bibelkreises im Haus gegenüber bei Pfarrer Schröder: "Dass die sich das so zu Herzen nehmen…"

Die Entscheidung

Abrissbeginn am 5.7.06

Tatsächlich war diesem Tag jedoch viel vorausgegangen: Der Beschluss einer kleinen Gemeinde von ca. 170 Mitgliedern, eine Umbaumaßnahme dieser Größenordnung durchzuführen, an einem Gebäude, das im Jahr 1931/32 erstellt wurde. Anfang 2003 gab es erste Überlegungen, den Eingangsbereich heller und offener zu gestalten. Als ein neuer Lastenaufzug gebaut wurde, wurde deutlich, dass die Küche funktionaler gestaltet werden musste, u. a. auch mit einer Industrie-Spülmaschine. Bei den hohen Kosten hierfür wurden umfassendere Änderungen erwogen unter 3 Haupt-Gesichtspunkten:

  1. Funktionsverbesserung
    • Schaffen eines Notausganges mit Fluchtweg (bislang nur ein Ausgang aus dem Saal)
    • Neues Treppenhaus mit einfachem Zugang vom Erdgeschoß zu allen Räumen im Keller (bislang nur über eine enge Stiege in die Küche möglich)
    • Raum für Kleinkinder und ihre Betreuer während des Gottesdienstes
    • Die Steuer-Technik (Licht, Lautsprecher etc.) sollte von ihrem Behelfsstandort im großen Saal an einen günstigeren Platz verlegt werden
    • Schaffen eines Foyers
  2. Raumgewinn
    • größere Küche, zusätzlicher Abstellraum im Keller
    • volle Nutzbarkeit der Gesamtfläche des großen Saales
    • Größere Eingangshalle als Foyer
    • Im 1. Stock neue Räume für Kleinkinder, Technik-Anlagen und ein Mehrzweckraum sowie Toilette mit Wickeltisch
  3. Ästhetik
    • Verbesserung und Verschönerung des Gebäudes, Erzielen eines offenen, einladenen Charakters

Einwände

Es gab viele Bedenken, von der Notwendigkeit der Maßnahmen überhaupt bis zur Finanzierbarkeit, aber vor allem auch, wo die eigentlichen Aufgaben und Ziele der Gemeinde Jesu Christi liegen und wie sie zu erreichen sind. Es sollte die normale Gemeindearbeit nicht beeinträchtigt werden. Allen war klar, dass äußerliche bauliche Veränderungen keine veränderte Haltung bewirken, weder bei uns noch bei Besuchern.

Letztlich geht es in der Gemeinde um die Mitarbeit am Bau Gottes, d. h. um die Gestaltung einer Gemeinschaft von Menschen, die aus Seiner Liebe und nach Seinen Maßstäben leben. Dem war und bleibt alles andere unter zu ordnen.

Mitgliederbefragung

Es entsprach dem biblischen Gebot der Nüchternheit, die Kosten gründlich zu überschlagen, bevor eine Entscheidung getroffen wurde. So wurden Architekten-Entwürfe in Auftrag gegeben mit Kostenberechnungen für alternative Modelle. Nach intensiver Auseinandersetzung und Prüfung hatten wir entscheidungsfähige Grundlagen für eine Mitgliederbefragung im Oktober 2004. Es sprachen sich 2/3 für eine Baumaßnahme aus, die Zustimmung erhöhte sich im weiteren Verlauf.

Besonders umstritten war auch die Notwendigkeit, die große Mooreiche auf dem Vorplatz zu fällen; aber der Verlust von einem Drittel des Wurzelwerkes an einer Seite hätte den Baum instabil gemacht. Außerdem zeigte sich beim Ausschachten auch wie vermutet, dass die Feuchtigkeit in der Küchenwand an einer Stelle durch wurzelbedingte Mauerschäden verursacht war.

Finanzierung

Es wurden Selbst-Verpflichtungen abgegeben, wieweit jeder Einzelne zusätzlich zu seinem Gemeindebeitrag zur Finanzierung beitragen konnte. Nach sorgfältigem Abwägen und sehr kritischem Durchleuchten fiel auf der Gemeindeversammlung vom 10.4.05 der Entscheid für die "große Lösung", die Kosten von gut 400.000.- Euro vorsah. Es wurde einiges an Phantasie entwickelt, durch Aktionen Geld zu beschaffen, z. B. das "Rent-a-Teenie"-Programm und verschiedene Basare.

So konnten wir nach einer Ansparphase und durch die Verpflichtung der Gemeindeglieder zu ausreichenden monatlichen Sonderzahlungen eine geordnete Finanzierung ermöglichen, die durch flexible Konditionen der Spar- und Kreditbank in Bad Homburg sehr günstig wurde. Das war die erste erstaunliche und Mut machende Erfahrung, denn die Summe wurde ganz überwiegend bestritten aus vielen kleinen und normalen Einkommen und Renten. Großspenden oder Firmen-Zuwendungen spielten für das Spendenaufkommen keine Rolle.

Ablauf

Es wurde ein Bau-Ausschuss von 9 Personen gebildet unter Leitung von Carsten Schaumburg, die später vor Ort weitgehend die Architekten-Aufgaben übernahmen, zwei von ihnen arbeiteten praktisch vollzeitig. Nach Vorliegen des überarbeiteten Planes von Architekt Dirk Schneider, Stegaurach, dauerte es noch bis zum Frühjahr 2006, bis alle Teil-Genehmigungen eingeholt waren, zuletzt das Brandschutzgutachten, und die Baugenehmigung erteilt war.

Die Aufträge für die einzelnen Gewerke wurden, bis auf wenige Spezialarbeiten, alle in Schwelm und im EN-Kreis vergeben. Zuerst fiel am 11.1.2006 leider die Eiche. Im Juni wurden Notausgang und Fluchtsteg errichtet - Niemand ahnte, dass dieser "vorübergehende" Weg über ganze acht Monate unser einziger Zugang zum großen Saal sein würde. Im Juli folgte der Teil-Abriss, dann die Ausschachtungen für einen 2 mal 9 m großen Vorbau, vom Keller bis in den ersten Stock. Die Grundmauern wurden in der gesamten Frontbreite freigelegt zur Revision der Isolierung.

Ein kleiner Bagger hob im Hausinnern Fundamente für zusätzliche Stahlträger aus, parallel Versuch der Sanierung des Holzbodens im kleinen Saal, der sich teilweise verschimmelt zeigte: als Ergebnis einer Prüfung zusätzlicher Sachverständiger mussten am Ende der Alt-Boden im kleinen Saal, in der Küche und dem angrenzenden Keller abgetragen, die Flächeausgeschachtet, isoliert und mit einer Betonschicht ausgefüllt werden. Alle Rohrleitungen wurden neu verlegt, auch die uralten (zweiadrigen) Elektrikleitungen ersetzt.

Fortan begleitete uns der Altbau mit unendlichen Varianten sanierungsbedürftiger Details.

Eigenleistung

Rund 50 Männer, Frauen und Jugendliche von Seiten der Gemeinde packten immer wieder mit an, um Kosten zu sparen, und, mitunter durch Einsätze bis in den späten Abend und an Samstagen, den Fortgang der Handwerker-Arbeiten zu ermöglichen. Abstemmen von Putz, Abbrucharbeiten, Tapezieren, Streichen und immer wieder aufräumen, Müll entsorgen, und putzen, putzen. ... ab jetzt bestimmte äußerlich der Baubetrieb das Bild. Auch das Titelbild des Gemeindebriefes im Oktober wurde entsprechen verändert:

Das Schild am Kran bezieht sich nicht nur auf das Gebäude, sondern gibt die Realität jeder Gemeinde wieder, wenn sie ein lebendiger Organismus ist und nach Gottes Wegen in dieser Welt sucht.

Es begann das Betonieren und Aufmauern des eigentlichen Neubaues mit der vorgezogenen Front:

Es folgten das Treppenhaus und der neue Betonboden für den 1. Stock in der gesamten Breite des Vorgebäudes:

Dann kamen Dachstuhl und Dach, und am 20.10., fristgerecht, das Richtfest mit den Handwerkern:

Zimmermann Frank Jakobi (links) sagte in seinem Richtspruch "... es wird ein getreues Abbild hier geben vom Geist der Gemeinde und ihrem Leben.... Doch wie auch die Menschen im Fleiße sich regen, nichts kann gedeihn ohne göttlichen Segen. So möge der Herrgott den Bau hier bewahren vor Sorgen und Nöten und allen Gefahren."

Für die Gemeinde sprach in der kurzen Zeremonie Eberhard Pflüger; er bat Gott um Seinen Segen, "dass das Gebäude Zentrum einer Gemeinde sein möge, die Ihn ehrt und zum Wohl und Heil dieser Stadt wirkt".

Verzögerungen

Durch eine Reihe von unvorgesehenen Besonderheiten des Altbaues, Änderungen der Konstruktionen und der Brandschutzmaßnahmen konnte das Ziel, bis Dezember mit allem fertig zu sein, nicht mehr erreicht werden. Zum Teil waren langwierige Entscheidungsprozesse im Bau-Ausschuss nötig. Am schwierigsten waren, wie immer in solchen Situationen, die Geschmacksfragen, welche Materialien, welche Farben...

Und nicht alle der fast 30 beteiligten Handwerksbetriebe konnten ihre Arbeiten fristgerecht beenden.

Rückblickend können wir dankbar feststellen, dass es am Bau keine Unfälle gab. Trotz der starken baulichen Einschränkungen konnten alle Veranstaltungen einschließlich eines sehr großen Jugendgottesdienstes und der großen Weihnachtsfeier für die Behinderten des Christian-Ehlhardt-Hauses stattfinden.

Wir tüftelten selber Lösungen für knifflige Probleme aus, manchmal auch unkonventionelle (Laura-Test zur Aufdeckung von Sicherheitsmängeln). Am Schwierigsten war die Genehmigung des Glas-Vordaches. Seine Verankerung an der Hauswand musste erst geklärt werden, bevor die Fassadendämmung zu Ende gebracht werden konnte- insgesamt fast 2 Monate Verzögerung. So war der anfangs so fern geglaubte März-Termin für die Einweihung plötzlich da, ohne dass es vom Vorplatz einen gepflasterten Zugang zum Haupteingang gab...

Ansonsten war zum Schluss aber, trotz aller Überraschungen, mit denen das alte Gebäude immer wieder aufwartete, doch (fast) alles so durchgeführt worden, wie wir uns das gedacht hatten. Und für den Rest sind wir auch zuversichtlich, dass wir mit Gottes Hilfe in Kürze alles fertig haben.

Durch Einsparungen, günstige Angebote, unseren Eigeneinsatz und die teilweise eindrucksvolle Kooperation der Handwerker konnten die Kosten im Rahmen der Schätzungen gehalten werden, wenn wir von den allgemeinen Sanierungsmaßnahmen absehen. Das ist bei solchen Objekten eher selten, und einen besonderen Dank wert an alle, die hierzu durch Ideen und Mitarbeit, vor allem auch durch Verzicht auf Zeit oder Gewinn beigetragen haben.

So möge der Dankgottesdienst am 4.3.07 mit allen Handwerkern und den Christen aus den Nachbargemeinden auch ein großer weiterer Schritt zu einem tieferen Miteinanders im Dienst für Jesus Christus sein, zu Seiner Ehre und für das Beste dieser Stadt, das wir suchen sollen.

- E.P.

© EFG Schwelm